Kunststoffverarbeiter

Kunststoffverarbeiter spritzen oder extrudieren Kunststoff-Produkte.

Die Vielfalt der kunststoffverarbeitenden Unternehmen ist jedoch sehr groß. Manche Unternehmen verarbeiten nur, quasi fast anonym im Auftrag von größeren Unternehmen das Kunststoffgranulat, andere Unternehmen fertigen und montieren komplett fertige Produkte. Viele der Verarbeiter haben eigene Abteilungen für den Werkzeugbau. Sie konstruieren ihre Werkzeuge selbst, bauen sie und nutzen diese dann gleich für die Herstellung von Kunststoffteilen.

Auch die Spezialisierungen der Unternehmen sind sehr unterschiedlich, denn nur mit einer guten Positionierung können sie langfristig am Markt bestehen. Einige sind auf Mikrospritzguss (also besonders kleine Teile) spezialisiert, andere fertigen besonders große Teile. In manchen Firmen gibt es ganze Montagehallen, in denen mehrere Komponenten eines Produktes direkt zusammengesetzt werden, wieder andere sind auf elektrische Bauteile spezialisiert.

Hinzu kommen die unterschiedlichen Branchen, in denen die Kunststoffverarbeiter sich bewegen. Diese sind mit ganz verschiedenen Anforderungen verbunden. Für die Medizintechnik muss unter Reinraumbedingungen gefertigt werden. In diesen abgeschlossenen Räumen müssen Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftdruck stets konstant gehalten werden, außerdem wird die Anzahl von störenden Partikeln überwacht und durch Vakuumpumpen oder einen gezielten Luftstrom reduziert. Für die Mitarbeiter einer Reinraumfertigung gelten strenge Anforderungen an die Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge. Auch die Roboter müssen speziell für den Reinraum geeignet sein.

Für Unternehmen in der Kosmetik- und Automobilbranche gilt oft strengste Geheimhaltungspflicht. Neue Produkte dürfen auf keinen Fall vor dem offiziellen „Launch“ an die Öffentlichkeit gelangen.

In der Automobilbranche wiederum gibt es verschiedene Unterspezialisierungen. Während sich manche Unternehmen vor allem auf sichtbare Bereiche und deren Design konzentrieren, fertigen andere nicht sichtbare Teile oder sicherheitsrelevante Teile (z. B. rund um den Airbag), für die wiederum andere Regelungen gelten. Denk nur daran, wie viel Arbeit oft im Schalt- oder Automatikknauf oder im Design des Radios steckt. Dabei werden oft Folien in das Spritzgießwerkzeug eingelegt (mit einem Roboter) und mit Kunststoff hinterspritzt.

Wie Du schon siehst, wartet in der Kunststoffbranche eine große Vielfalt auf Dich. Durch die zahlreichen Spezialisierungsmöglichkeiten kannst Du Deine Karriere sehr gut steuern. Faszinierende Technik, neue Entwicklungen und viel Abwechslung sind an der Tagesordnung.

Mit einem Studium der Kunststofftechnik und der Ausbildung zum/-r Verfahrensmechaniker/-in für Kunststoff- und Kautschuktechnik rüstest Du Dich für die Zukunft der Kunststoffverarbeitung.

 

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